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Deutsches Personal bei der OECD

Berufswahl und Karriere

Berufswahl und Karriere, © Picture Alliance

01.12.2017 - Artikel

Zuständig: Michael de Meulenaer, Tel. + 33 (0) 1 55 74 57 10 Kontaktformular

Die OECD als Arbeitgeber

Die OECD beschäftigt an ihrem Hauptsitz in Paris und den Außenstellen in Berlin, Washington, Mexiko-City und Tokio ca. 3.370 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Stand: Ende 2016), davon über vier Fünftel reguläre Kräfte (sogenannte „Officials“). Die zweite Gruppe der Beschäftigten sind Berater (Consultants), Experten, Hilfskräfte und Praktikanten.

Die OECD gruppiert ihre Beschäftigten wie folgt: A-Grade (vergleichbar dem höheren öffentlichen Dienst), B-Grade (vergleichbar dem gehobenen öffentlichen Dienst), L-Grade (Dolmetscher und Übersetzer) und C-Grade (Schreib- und sonstige unterstützende Kräfte). Diesen Gruppierungen werden entsprechende Vergütungen (Link siehe Weitere Informationen) zugeordnet. Vergütungen und Zulagen unterliegen nicht der Steuerpflicht.

Zuletzt (Dezember 2016) waren in den verschiedenen Gruppierungen insgesamt 213 deutsche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angestellt, davon 140 den A-Graden zugeordnet. Im Managementbereich (A5 bis A7) waren es 15 Deutsche, davon zwei Frauen.

Die OECD gliedert sich in Part I und Part II. In Part I werden unter der Leitung von Generalsekretär Gurria (MEX) alle Arbeitsprogramme mit „übergreifender“ politischer Bedeutung (z. B. makro-ökonomische Untersuchungen, Green Growth) in interdisziplinärer Zusammenarbeit abgewickelt. Die Finanzierung der Arbeitsprogramme erfolgt über mitgliedsstaatliche und sogenannte freiwillige Beiträge. Part II setzt sich aus derzeit insgesamt 23 Part II - Programmen zusammen (z. B. International Energy Agency (IEA), Nuclear Energy Agency (NEA), Development Centre (DEV) und International Transport Forum). Diese sind auf bestimmte Politikbereiche konzentriert und stellen „Körperschaften“ dar, die ihre Arbeitsprogramme innerhalb unterschiedlicher Autonomiegrade inhaltlich selbstständig gestalten, aber administrativ (z.B. Einstellungen, Beförderungen) weitestgehend durch die OECD geführt werden. Dies gilt insbesondere für die Personal- und Finanzverwaltung. Die Part II – Programme IEA und NEA haben zudem ihren eigenen Executive Director. Da die Part II – Programme über eine gewisse Autonomie verfügen, erfolgt die Personalauswahl in enger Koordinierung zwischen OECD und den Part II – Programmen.

Bewerbung auf Stellen der OECD

Stellenausschreibungen der OECD, der IEA und NEA werden auf der Internetseite der OECD „OECD Careers“ ( Link siehe Weitere Informationen) veröffentlicht.

Die IEA schreibt ihre Stellen zudem auf ihrer eigenen Internetseite Current Job Vacancies aus. Die dort ausgewiesenen Stellen sind jedoch dieselben, die auf der einschlägigen Internetseite der OECD ausgewiesen werden. Eine Bewerbung ist ausschließlich mit dem dort hinterlegten Personalbogen online möglich und zulässig. Eine E-Mail-Benachrichtigung über neue Stellenausschreibungen ist möglich und erfolgt nach Registrierung über die Internetseite, über die Sie sich auch online bewerben.

Die Einstellungspolitik der OECD und ihrer Part II - Programme soll eine ausgewogene Repräsentanz aller Mitgliedstaaten ( Kreis der Mitgliedsstaaten bei IEA und NEA unterscheidet sich von dem der OECD) berücksichtigen. Eine verbindliche Proporzregelung gibt es jedoch nicht. Weibliche wie männliche Bewerber werden gleichermaßen berücksichtigt. Weibliche Bewerber sind jedoch wegen immer noch bestehender Ungleichgewichte in verschiedenen Arbeitseinheiten besonders aufgefordert sich zu bewerben. Eine Frauenquote besteht allerdings nicht.

Allgemeine Einstellungsvoraussetzungen sind die Staatsangehörigkeit zu einem der 35 Mitgliedstaaten der OECD bzw. der IEA – und NEA - Mitgliedsstaaten, entsprechende Befähigungsnachweise (Diplom, Promotion), englische und französische Sprachkenntnisse (sehr gute Kenntnisse der einen und Grundkenntnisse in der anderen der beiden Amtssprachen der OECD) und entsprechende Fachkenntnisse.

Im Mittelpunkt der Personalpolitik, Internetseite „OECD Careers“ steht die Rekrutierung von Mitarbeitern mit möglichst hoher fachlicher Qualifikation. Ziel ist es, über die Auswahl bester Qualifikationen einen zusätzlichen Wert für die OECD zu generieren („Merit“).

Nur Mitarbeiter, deren Qualifikationsprofile möglichst weitgehend auf die jeweiligen Anforderungsprofile passen, haben eine Chance. Hinweise auf allgemeingültige Qualifikationsmerkmale lassen sich auf Grund der vielfältigen Anforderungsprofile in der OECD nicht ableiten. Jedoch lässt sich grundsätzlich sagen, dass die Chancen für einen Bewerber umso größer sind, je stärker die Themen mit denen sich die Person in Studium und Berufsleben beschäftigt hat, mit der Aufgabenstellung in der OECD übereinstimmen. Dabei ist das Kriterium der Berufserfahrung wichtig. Darüber hinaus zeigt sich immer wieder, dass für bestimmte Aufgabenbereiche berufliche Erfahrungen mit der Weltbank (oder vergleichbaren Einrichtungen) und des Internationalen Währungsfonds förderlich sind. Mit der Bedeutung der Position nimmt im Allgemeinen auch die Bedeutung guter Vernetzung der Bewerber mit politisch und sachlich relevanten Einrichtungen und Personen außerhalb der OECD zu. Bewerber, die über gute Referenzen und ein ausgeprägtes Netzwerk von relevanten Kontakten verfügen, sind im Vorteil.

Praktika für Studenten bei der OECD

Die OECD ermöglicht Hochschul- oder Universitätsstudenten ein Praktikum. Dieses ist erfahrungsgemäß in allen Direktoraten möglich. Die Anzahl der zur Verfügung stehenden Plätze ist allerdings begrenzt. Eine Vergütung wird seitens der Organisation nicht gezahlt.

Voraussetzungen für ein Praktikum im Sekretariat der OECD sind:

- sehr gute Kenntnisse in der einen und ausreichende Kenntnisse in der anderen Amtssprache der Organisation (französisch und englisch);

- Nachweis über eine bestehende Krankenversicherung.

Interessierte richten ihre Bewerbung online an die OECD (s. Link „Internship Program“).

Weitere Hinweise zu Praktika bei internationalen Organisationen entnehmen Sie bitte der Internetseite „Praktika bei internationalen Organisationen“ der  Bundesagentur für Arbeit/ZAV/BFIO - Büro Führungskräfte zu internationalen Organisationen (s. Link „BFIO“).

Hilfestellung der Ständigen Vertretung Deutschlands bei der OECD:

Die Ständige Vertretung unterstützt Bewerberinnen und Bewerber im Rahmen ihrer Möglichkeiten durch ergänzende Auskünfte.

Die OECD bietet neben den „regulären“ Beschäftigungsmöglichkeiten auch besondere Formen der Beschäftigung an:

Programm Junior Professional Officer

Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) führt das Büro Führungskräfte zu internationalen Organisationen (BFIO) das Programm Junior Professional Officer (Link siehe Weitere Informationen) durch.

Junior Professional Officers (JPO) sind auch bekannt als Beigeordnete Sachverständige (BS), Associate Experts (AE) oder Associate Professional Officers (APO). Neben den deutschen JPO gibt es auch eine Vielzahl von Nachwuchskräften anderer Nationen bei den internationalen Organisationen.

Die Bundesregierung hat mit mehr als 30 internationalen Organisationen Abkommen zur Entsendung von JPO geschlossen. Hierzu zählt auch die OECD.

Die Bundesregierung leistet mit diesem Programm einen Beitrag zur multilateralen Zusammenarbeit und bietet deutschen Nachwuchskräften die Möglichkeit, internationale Berufserfahrung zu sammeln und ihre Wettbewerbschancen für eine Beschäftigung bei internationalen Organisationen deutlich zu erhöhen. Durchschnittlich werden pro Jahr ca. 60 deutsche Nachwuchskräfte als Junior Professional Officers eingesetzt. In der OECD wurden in den letzten Jahren jeweils ein bis fünf JPO beschäftigt.

Junior Professional Officers arbeiten bei internationalen Organisationen z. B. in allen wesentlichen Bereichen der Entwicklungszusammenarbeit wie Armutsbekämpfung, Demokratieförderung und Menschenrechte, Flüchtlingshilfe und Krisenprävention, Umweltschutz, Gesundheitsversorgung, Arbeitsschutz, Beschäftigungs- und Wirtschaftsförderung, Bildung sowie ländliche Entwicklung und Ernährungssicherung. In einigen dieser Bereiche ist auch die OECD aktiv, insbesondere das Development Centre der OECD.

Qualifikationen

Angesprochen sind Kandidatinnen und Kandidaten mit deutscher Staatsangehörigkeit und mit mindestens zwei Jahren Berufserfahrung nach Abschluss des Hochschulstudiums. Hervorragende universitäre Leistungen sind für eine Bewerbung ebenso von Vorteil wie im Ausland erworbene, relevante berufliche Erfahrung und absolvierte Praktika. Die Altersgrenze liegt in der Regel bei 32 Jahren.

Nachgefragt werden von den internationalen Organisationen vor allem die Fachrichtungen Volks- und Betriebswirtschaft, Rechtswissenschaften sowie Sozial- und Politikwissenschaften, aber auch Naturwissenschaft, Ingenieurwesen und Medizin. Erfahrungen im Bereich Entwicklungspolitik oder der internationalen Politik sind in der Regel Voraussetzung für eine Bewerbung. In der OECD sind insbesondere die Fachrichtungen Wirtschafts- und Rechtswissenschaften von Bedeutung.

Ein Einstieg in internationale Organisationen setzt entsprechende Sprachkenntnisse voraus. In der OECD sind dies die Amtssprachen Englisch und Französisch (sehr gute Kenntnisse in einer und Grundkenntnisse in der anderen der beiden Amtssprachen der OECD). In der OECD können JPO in allen Arbeitsbereichen eingesetzt werden, nicht nur in solchen, die einen entwicklungspolitischen Bezug aufweisen. Die Bundesregierung bemüht sich dabei, solche Stellen zu identifizieren, die gute Übernahmechancen aufweisen und von besonderem politischem Interesse sind.

Verfahren/Bewerbung/Beschäftigungsverhältnis

Die Ausschreibung der konkret zu besetzenden Stellen erfolgt in der Regel in mehreren Phasen eines jeden Programmjahres. Die Auswahl der Stellen liegt bei einem Programmausschuss, der sich aus Vertretern des BMZ und anderen beteiligten Ressorts zusammensetzt (u. a. auch aus dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie).

Interessenten können sich über die im Rahmen des JPO-Programms zu besetzenden Positionen zu Anfang eines jeden Jahres und immer wieder im Laufe eines Jahres auf der Internetseite des BFIO informieren. Diese Internetseite informiert über Einzelheiten zum Bewerbungs- und Auswahlverfahren sowie zum Programmablauf. Bewerbungen sind an das BFIO zu richten.

Auf Grundlage der schriftlichen Bewerbung entscheidet das BFIO gemeinsam mit dem BMZ und den anderen Ressorts, welche Bewerberinnen und Bewerber zum Auswahlverfahren nach Bonn eingeladen werden. Im Anschluss an das Auswahlverfahren auf deutscher Seite schlägt das BFIO den internationalen Organisationen mehrere Kandidatinnen und Kandidaten pro Position vor. Die abschließende Entscheidung liegt bei der internationalen Organisation. Das BFIO informiert die Bewerberinnen und Bewerber über die Entscheidung. Das Vertragsangebot mit den Einstellungsmodalitäten erfolgt direkt durch die internationale Organisation.

Junior Professional Officers erhalten für die Dauer ihres Einsatzes einen Arbeitsvertrag von der jeweiligen internationalen Organisation. Die Einsatzdauer beträgt in der Regel 24 Monate und kann um ein weiteres Jahr verlängert werden. Grundsätzlich gelten für die JPO die Personalstatuten (Staff Rules oder Staff Regulations) der jeweiligen Organisation, einschließlich möglicher Ergänzungen oder Sonderregelungen. Die Bezüge unterliegen nicht der Steuerpflicht in Deutschland und sind in der Regel von der Einkommenssteuer in den Einsatzländern befreit.

Nicht alle Junior Professional Officers erhalten nach Beendigung ihres Einsatzes einen Anschlussvertrag von einer internationalen Organisation. Stellenzahl, Einstellungspolitik und Personalbewegungen setzen hier Grenzen. Dennoch hat sich gezeigt, dass das JPO-Programm  für deutsche Nachwuchsführungskräfte den ersten Schritt zur Karriere bei Internationalen Organisationen bedeuten kann.

Weiterführende Informationen zum JPO–Programm finden Sie auf der Internetseite des BFIO (Link siehe Weitere Informationen).

OECD Young Professionals Programme

Die nächste Ausschreibung für Positionen im Rahmen des Young Professionals Programme der OECD erfolgt voraussichtlich im Sommer 2019.

Das YPP richtet sich an junge Universitätsabsolventen mit verschiedenen Spezialisierungen und ggf. mit einigen Jahren Berufserfahrung. Die jungen Akademiker sollten in der Lage sein, zur Erarbeitung von politikrelevanten Studien beizutragen. Geeignete Kandidaten müssen unter 33 Jahre alt sein.

Weiterführende Informationen zur Ausschreibung und zum Verfahren finden Sie auf den Websiten der OECD (siehe Weitere Informationen).

Weitere Informationen

Vergütungen
OECD-Careers
Internship Program
BFIO
BFIO - Programm Junior Professional Officals
OECD Young Professionals Programme



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